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Hausautomation und KI: Wie ich meine Stromrechnung mit smarten Lampen und einem Akku gesenkt habe

Mit einer Kombination aus smarter Beleuchtung, einem Hausakku und einem KI-gesteuerten Energiesystem spare ich hunderte Euro pro Jahr. In diesem Artikel erkläre ich, wie es funktioniert und was es kostet.

Vor ein paar Jahren fing ich an, mit Hausautomation zu experimentieren. Nicht weil ich der Klügste sein wollte, sondern weil ich es leid war, jeden Monat zu viel für Strom zu bezahlen — tagsüber nicht zu Hause und abends lief dann alles gleichzeitig.

Inzwischen läuft mein Haus weitgehend automatisch. Die Beleuchtung, die Ladestationen, die Wärmepumpe — alles kommuniziert miteinander. Und die Rechnung ist deutlich niedriger. So habe ich es gemacht.

Warum Zeitschaltuhren nicht reichen

Eine Zeitschaltuhr ist besser als nichts, aber sie passt sich nicht der Realität an. Was, wenn Sie früher nach Hause kommen? Was, wenn die Sonne scheint und Sie gar kein Licht brauchen? Was, wenn der Strompreis mitten am Tag negativ ist?

Deshalb nutze ich ein KI-gesteuertes System, das kontinuierlich Entscheidungen auf Basis von drei Faktoren trifft:

  • Aktueller Strompreis (über den EPEX-Day-Ahead-Markt)
  • Wetter (bewölkt → mehr Innenbeleuchtung nötig)
  • Meine Anwesenheit (GPS meines Handys)

Das System lernt mit. Nach ein paar Wochen weiß es, wann ich normalerweise nach Hause komme, ob ich am Wochenende ausschlafe und ob ich im Urlaub bin.

Smarte Lampen: das niedrig hängende Obst

Fangen wir mit der Beleuchtung an — dem günstigsten und einfachsten Teil der Hausautomation.

Ich verwende Philips Hue im Wohnzimmer und Ikea Tradfri im Rest des Hauses. Beide sind offen genug, um sie mit Home Assistant oder n8n zu steuern. Der Preisunterschied ist groß — Ikea kostet etwa ein Drittel von Hue — aber die Qualität ist völlig in Ordnung.

Was bringt es?

  • Lampen gehen nur an, wenn jemand im Raum ist
  • Morgens dimmen sie langsam hoch statt grell anzugehen
  • Außenbeleuchtung schaltet sich bei Sonnenuntergang ein, nicht zu einer festen Zeit
  • Im Sommer bleiben sie öfter aus, weil es länger hell bleibt

Ersparnis: etwa €50-80 pro Jahr an direktem Stromverbrauch. Das klingt nicht bahnbrechend, aber es ist der einfachste Teil. Die wirklichen Einsparungen kommen durch die Kombination mit einem Hausakku und dynamischen Stromtarifen.

Der Hausakku: Strom kaufen, wenn er günstig ist

Hier wird es interessant. Ich habe einen 10-kWh-Hausakku — einen Lithium-Ionen-Akku etwa so groß wie eine kleine Waschmaschine. Er lädt, wenn Strom günstig (oder negativ) ist, und gibt ihn ab, wenn der Preis hoch ist.

Selbst ohne Solaranlage können Sie damit Gewinn machen. Das Prinzip ist einfach:

  • Um 2:00 Uhr nachts ist Strom am günstigsten → Akku laden
  • Um 18:00 Uhr abends ist Strom am teuersten → Akku entladen

Mit einem dynamischen Vertrag (ich bin bei Zonneplan und ANWB) zahle ich den Stundenpreis, keinen Festtarif. Der Unterschied zwischen Niedrig- und Spitzenlast kann 20 bis 30 Cent pro kWh betragen.

Rechnung: 10 kWh × €0,25 Differenz × 300 Tage = €750 pro Jahr.

Dazu kommt, dass ich den Akku auch für meinen eigenen Solarstrom nutze. An sonnigen Tagen lädt der Akku tagsüber, und abends verwende ich diesen Strom statt teurem Netzstrom.

Die KI, die alles steuert

Ohne Automatisierung müsste ich manuell zwischen Laden und Entladen umschalten. Das tue ich nicht — ich vergesse es einfach. Deshalb läuft alles über ein KI-gesteuertes System, das ich in n8n gebaut habe.

Der Workflow sieht so aus:

  1. Jede Stunde ruft ein Webhook den aktuellen Strompreis ab
  2. Das System prüft die Wettervorhersage (Sonne → mehr Ertrag)
  3. Es prüft meinen Kalender (bin ich zu Hause oder nicht?)
  4. Basierend auf diesen Daten steuert es den Akku: laden, entladen oder warten

Die Logik ist nicht kompliziert, aber die Kombination der Faktoren macht sie leistungsstark. Ein einfaches Beispiel:

Es ist 14:00 Uhr, der Strompreis liegt bei €0,05/kWh, die Sonne scheint, und ich bin nicht zu Hause. Die KI entscheidet: den Akku in Ruhe lassen und den Solarstrom direkt ins Netz einspeisen. Warum? Weil der Akku bereits voll ist und ich jetzt zu einem angemessenen Preis verkaufen kann.

Zwei Stunden später, 16:00 Uhr. Der Preis ist auf €0,02 gefallen. Die KI entscheidet: den Akku ein wenig aus dem Netz nachladen, damit er heute Abend während der Spitzenlast maximal entladen kann.

Diese Entscheidungen trifft das System alle paar Minuten neu. Das kann ein Mensch nicht manuell verfolgen, aber ein Computer schon.

Was kostet es?

Die Investition ist nicht nichts, aber sie rechnet sich:

Komponente Kosten Amortisationszeit
Smarte Lampen (ganzes Haus) €400 4-5 Jahre
10-kWh-Hausakku (installiert) €4.500 5-6 Jahre
KI-System (n8n, Server, Sensoren) €300 1-2 Jahre
Gesamt €5.200 4-6 Jahre

Danach ist es reiner Gewinn. Und der Akku hält mindestens 10 Jahre (Garantie), sodass Sie noch 4-6 Jahre zusätzlichen Nutzen haben.

Möchten Sie das Gleiche tun?

Sie brauchen keinen technischen Hintergrund, um anzufangen. Der einfachste Einstieg: Kaufen Sie ein paar smarte Lampen (Ikea Tradfri, kein Hub nötig mit Zigbee2MQTT) und schließen Sie einen günstigen dynamischen Stromvertrag ab. Tragen Sie die Daten in eine Tabelle ein — Sie werden den Unterschied innerhalb eines Monats sehen.

Möchten Sie einen Schritt weiter gehen? Installieren Sie Home Assistant auf einem Raspberry Pi oder einem alten Laptop. Das ist das Herzstück des Smart Homes. Danach bauen Sie in n8n die KI-Logik, die alles steuert.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie Beratung, welches System zu Ihnen passt? Kontaktieren Sie mich — ich denke gerne mit.

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